Die Entstehung dieser Seiten

Der Weg aus Walsum ins Münsterland


Es muss so um 1866 gewesen sein, da zog es die zwei Zimmermanns-Brüder Friedrich Theodor und Heinrich Overlöper in die weite Welt. Die am 13.7.1842 bzw. 1.6. 1846 in Eppinghoven geborenen Handwerker, die auch als Waldarbeiter tätig waren, gingen gemeinsam auf die Walz. Dieser alte Handwerkerbrauch wird heute fast nur noch von den Zimmermännern gelebt. Früher war es bei allen guten Handwerksgesellen eine Pflicht für drei Jahre von Ort zu Ort und von Meister zu Meister zu ziehen und für Kost und Logis ihren Dienst anzubieten.
Unsere beiden Brüder waren also als gute Handwerker unterwegs und es verschlug sie in das nette Dorf Everswinkel Nähe Warendorf im Münsterland. Dort lernte der fleißige Heinrich seine Anne Krümpelmann (geb. 19.7.1848 in Everswinkel) kennen und lieben. Es kam was kommen musste, die Beiden wurden ein Ehepaar.
Der vier Jahre ältere Friedrich fand in Hoetmar, ebenfalls in der Nähe von Warendorf, seine große Liebe und verehelichte sich mit Anna Musenbrock am 13.7.1871 in Hoetmar. Allerdings blieb er nicht im schönen Münsterland, sondern nahm seine Gemahlin mit in seine rheinländische Heimat.
Als Nachkomme von Anne und Heinrich, werde ich deren Geschichte nun weiterverfolgen.
Anne brachte einen Hof mit in die Ehe und so war die Existenz gesichert.

(Dieses Gemälde befindet sich im Privatbesitz von Anton Overlöper)


Nur eines stellte sich leider nicht ein - Kindersegen. Der Hof sollte aber in guten Händen bleiben und so entschloss sich das Paar einen Sohn anzunehmen. Dies war damals durchaus gängige Praxis und keine Erfindung der "Neuzeit".
In dem nicht allzu weit entfernt liegendem Telgte fand man ein entsprechendes Exponat.
Vielleicht war es ja auf dem immer noch gelebten Maria Geburtsmarkt im September. Da traf das Paar auf eine Familie mit 13 Kinder. Der Jüngste - Josef - war ein geeigneter Kandidat.


Wie auch immer, irgendwie wurde man sich einig und anno 1900 wurde Josef Wibbelt aus Telgte zu Josef Overlöper aus Everswinkel - Müssingen. Geboren wurde Josef am 25.5.1889 in Telgte. Ungesicherte Informationen sagen, er sei schon 1892 zu dem Paar gekommen. Ferner soll er verwandtschaftliche Bande mit dem in unseren Breiten sehr bekannten Dichter und Denker Augustin Wibbelt gehabt haben.
Anne verschied am 3.2.1912, Heinrich folgte ihr am 5.6.1913.


Nun hatte Josef das Regiment auf dem Hof, fand eine Frau und heiratete am 15.10.1919 Franziska Asselmann in Vohren (Warendorf).
Die zwei waren recht fruchtbar und zeugten gemeinsam insgesamt 9 Kinder (5 Jungs, 4 Mädchen)
Ein Mädchen, Elisabth Maria, verstarb leider bevor sie ihren ersten Geburtstag feiern konnte, ein Junge, Heinrich Bernhard, verstarb mit 21 Jahren im 2. Weltkrieg, als er in der Etappe im Mittelmeer ertrank. Insgesamt leben heute noch 7 Kinder dieser Ehe, eine davon im Kloster.
14 Enkel und mehr als doppelt soviele Urenkel zeugen von einem recht erfolgreichen, wenn auch nur namentlichen, "Brückenkopf" der Overlöpers im Kreis Warendorf.


Jürgen Overlöper, Ostbevern

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